GESCHICHTE DES CCL

Im Landkreis Döbeln und über seine Grenzen hinaus zählt Leisnig als eine Hochburg des närrischen Treibens und das mit langer Tradition. Wie die Chronik berichtet, gingen bereits vor mehr als 130 Jahren zur Faschingszeit Angehörige der Tuchknappschaft „zempern“, das heißt sie zogen durch die Straßen, erbettelten in den Bürgerhäusern Essbares und Geld, um anschließend alles zu verzehren und zu vertrinken.

1953 gab es die erste Karnevalsprinzenregentschaft durch Rudolf Beyer, seines Zeichens Vorsitzender des Stadtausschusses der Nationalen Front. Sein Auftrittsgefährt war damals das für Leisnig symbolische Grautier, ein "stattlicher" Esel. Mit ihm ritt er in das damalige "Haus der Jugend". Einige der ersten Mitstreiter der Mannen des Elferrates waren Max Pasora, Karl-Heinz Dommsch und Erich Ferlin. Die ersten Büttenreden verfasste im übrigen Heinz Biegler.  

In den 60er Jahren waren unter anderem Siegfried Scherf und Horst Ries vom "Club Leisnig" aktive Faschingsregisseure.

1969 brach für Faschingsbegeisterte eine neue Ära an: Die Fußballer der Betriebssportgemeinschaft Motor nahmen die Ausgestaltung der tollen Tage in ihre Hände. Die HO-Gaststätte „Johannistal“ wurde zum festen Domizil rauschender Karnevalsfeste mit mehreren Veranstaltungen pro Jahr und blieb geliebte Heimstatt der Närrinnen und Narren bis 1996.

In dieser Zeit gaben die Karnevalisten auch Gastspiele z. B. in Hilbersdorf, den Hausschuhwerken in Hartha und in Dürrweitzschen. Zu den Gästen im Johannisthal in Leisnig zählten in zunehmendem Maße auch Närrinen und Narren, die über Reisebüros in Wurzen, Eilenburg, Leipzig, Oschatz, später auch Halle und Karl-Marx-Stadt buchten und per Bus in unser Bergstädtchen kamen.
In den stets gut besuchten Kinderkarneval am Sonntag vor der Rosenmontags-Abschlussveranstaltung steckten die Aktiven besonders viel Engagement. Geboren aus der „Not“, dass nicht alle Interessierten  im „Johannistal“ Platz fanden, entstand die Idee zur Durchführung eines öffentlichen Umzugs durch Straßen der Stadt. Dieser von Jahr zu Jahr ausstattungs- und größenmäßig anwachsende Zug startete von unterschiedlichen Ausgangspunkten, so 1978 ab dem Bahnhof, danach auch ab Burg Mildenstein, 1986 von der unteren Kirchstraße aus, bis sich die Schlüsselübergabe vom Bürgermeister an das Kinderprinzenpaar Ende der 80er Jahre zu einem festen Brauch vor dem Rathaus einspielte und bis heute sich von da ab der Umzug auf dem Marktplatz in Bewegung setzt.

Auch die Eröffnung jeder neuen Karnevalssaison am 11. 11. um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz hat sich zu einer kleinen kulturellen Attraktion der Blütenstadt gemausert.

Mit der politischen Wende änderten sich die Rahmenbedingungen für den Leisniger Karneval. 1989 ging aus dem Fußballer-Faschingskollektiv der Carnevalclub Leisnig, kurz CCL, hervor. Mit seiner Gründung und Eintragung als gemeinnütziger Verein stellten die Karnevalisten ihre Aktivitäten und deren Finanzierung auf bundesdeutsche Gepflogenheiten um. Einschränkungen in der Programmvielfalt oder gar Nachlassen des Publikum-Zuspruchs bedeutete das keinesfalls. Im Gegenteil, um alle Kartenwünsche zu befriedigen, könnte die Hauptsaison gut und gern 2 Wochen länger sein!
Der Nachwuchs in Form der begeisterten und begeisternden Kinder- und Jugendformationen steht längst nicht mehr nur in den Startlöchern, sondern hat sich als eigenständiger Kinder-Carnevalsclub (KCCL) seinen Platz bereits erobert. Er wird zu gegebener Zeit in die Fußstapfen seiner Vorbilder treten und sein Publikum erneut zu begeistern wissen.

Als das "Johannistal" der Abrissbirne zum Opfer fiel hieß es eine neue Heimstatt für die Großveranstaltungen zu finden und diese wurde gefunden. Mit jährlich immensem Kraft- und Zeitaufwand sowie dem sprichwörtlichen Organisationstalent und nie versiegendem Ideenreichtum des CCL wird die Zimmermann-Sporthalle ab 1997 immer wieder kurzfristig für die Karneval-Galas umgerüstet und bietet im Zusammenspiel mit Schützenhaus und Kegelhalle den gewohnt großzügigen Auslauf und viele Begegnungsmöglichkeiten für die Karnevalsgäste.

Was gibt es noch zu erzählen, tja vielleicht sollten mal kurz am Rande die schier unzähligen ehrenamtlichen Helfer hinter den - von Faschings-Freunden und in den eigenen Reihen gefertigten - Kulissen und Dekorationen neben den auf der Bühne stehenden Akteuren erwähnt werden! Ob Kostüm- und Accessoires-Schneiderin, ob Ordnungsdienst oder Flickfrauen und Friseusen in den Garderoben, ob Speisenmamsells und Getränkeausschank hinter der Bühne sowie Wirteservice davor, ob Musikkapellen, Discotheken und auch Sponsoren, sie alle standen und stehen dem bewährten Team der Karnevalisten nicht nur zur Seite, sondern prägen den enormen Erfolg des CCL entscheidend mit!

2003 war es nun soweit - es hieß offiziell zum F Ü N F Z I G S T E N Mal.......Leisnig Helau.......und die intensiven Proben hatten sich gelohnt - es war eine tolle Jubiläumssaison. Von der ersten Abendveranstaltung, der Festveranstaltung zum 50. bis zum Rosenmontag - alle Gäste waren hellauf begeistert.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen und nun sind schon wieder 10 Jahre in's Land gegangen. 10 Jahre mit unvergesslichen karnevalistischen Momenten und wunderschönen Progrmmpunkten. Immer wieder heißt es "besser geht es nicht" ....... und doch es geht. Bei so vielen Gästen können einfach nicht alle Wünsche 100%ig erfüllt werden. Gerade deshalb ist der KCCL und CCL auch für konstruktive Anregungen offen und sucht nach immer wieder neuen kreativen Umstzungsvarianten. Zuletzt dankt uns das unser seit Jahren treues Publikum aus nah und fern mit Beifallsstürmen, Bravo-Rufen und Standig Ovationens - wie jetzt gerade am ersten Wochenende unserer 60. Jubiläumssaison.

"Jubel, Trubel, CCL - 60 Jahr' vergh'n so schnell!"

Leisnig HELAU!!!

 

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